Gebäude


Die Silhouette von Altenburg prägt die aus dem 12. Jahrhundert stammende Westfassade einer ehemaligen Stiftskirche. Die in Backstein erbaute Doppelturmanlage wird von der Bevölkerung liebevoll als „Rote Spitzen“ bezeichnet und bildet seit Jahrzehnten das Wahrzeichen der Stadt.


Die Roten Spitzen in heutiger Gestalt bilden die Reste der ehemaligen Stiftskirche St. Marien, die von einer ausgedehnten Stiftsanlage umschlossen war. Dieses Denkmal von nationaler Bedeutung ist nach neuesten Bauforschungen als außerordentlicher und frühester sakraler Backsteingroßbau im romanischen Stil nördlich der Alpen einzuordnen.


Vorbilder für dieses Bauwerk lassen sich in den norditalienischen Regionen Piemont und Lombardei aus der Mitte des 12. Jahrhunderts finden. Die Gründung des Stiftes der Augustiner Chorherren soll auf das Jahr 1165 durch Veranlassung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zurückgehen. Die Weihe des Gotteshauses erfolgte im Jahre 1172 im Beisein des Kaisers und des Bischofs Udo von Naumburg.

 

Grabungen


Die begehbaren archäologischen Grabungsfelder zeigen Teile des Fundamentes der ehem. Gesamtanlage aus dem 12. Jahrhundert. Bauhistorische Besonderheit dieser Anlage ist die Tatsache, dass der Kirchenbau „in den Berg hineingebaut“ und nicht wie damals üblich auf einer Ebene errichtet wurde. Durch diese sog. „opus spicatum Bauweise“ entstand ein stufiger Aufbau der Kirche mit einem Höhenversatz von ca. 4 Metern, dessen Zeugnisse teilweise noch heute zu sehen sind.

 

Klosterpuzzle


Das Klosterpuzzle verbindet spielerisches Lernen und modernste Technik. Durch das Bewegen der Spielsteine entsteht die ehem. Stiftsanlage St. Marien sowie die damalige Stadtanlage in 3D. Das Klosterpuzzle bietet die Chance, eigentlich Verlorenes und Verschwundenes neu zu entdecken. Dazu werden die Gebäude-Spielsteine über eine Glasscheibe bewegt. Ist die richtige Position des jeweiligen Bauwerkes – von der Basilika bis zum Kreuzgang – gefunden, erläutert der letzte Probst des Stiftes - Benedikt Bischoff - , Aufgabe und Funktion der einzelnen Gebäude. Die Spielsteine in Anker-Bauweise erinnern Alt & Jung an den heimischen Spielzeugbaukasten.

 

 

  

 

Visualisierung 4You2 auf Grundlage der Forschungsergebnisse und der isometrischen Darstellung von Dr. Uwe Moos.

 

www.klosterpuzzle.de

 

Spalatinpfad


Rote Spitzen sind Bestandteil des neuen Spalatinpfades durch Altenburg Ein neuer multimedialer Spalatinpfad verbindet fünf Altenburger Bauwerke, die einen engen Bezug zur Reformation haben.

Die unmittelbaren Auswirkungen der Reformation werden in einem Kurzfilm durch Personen der Zeitgeschichte erzählt. So schildern Probst Benedikt Bischoff an den Roten Spitzen, der Baumeister Nikolaus Grohmann im Rathaus, der Franziskanermönch Veit Pampel an der Brüderkirche, der Kurfürst Friedrich der Weise im Residenzschloss und der Reformator Georg Spalatin in der St. Bartholomäikirche die Reformation aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Ein computersimulierter, historischer Stadtplan zeigt die Lage des Gebäudes in der Stadt und erleichtert dem Betrachter damit gleichzeitig die Orientierung auf dem Weg durch die Stadt.

 

Die Informationssäulen stehen den Besuchern im Rahmen der Öffnungszeiten der jeweiligen Gebäude zur Verfügung. Da die Gebäude nicht immer zugänglich sind, ermöglicht eine App zum Spalatinpfad die Information und Orientierung über Smartphones.